Zugegeben, es war für mich ein Traum ab frühen Jugendjahren: Einmal vor den Soldaten des Denkmals in der Bahnhofstraße stehen und dort eine Rede halten. Die Fahnen im Winde und das Gefühl, unsere Ahnen wären stolz auf uns. An jenem Ort, an den meine Oma mit mir schon als Kind ging. An dem die Namen meiner Verwandten im kalten Stein als stummen Zeugnis stehen, daß sie einst für Deutschland kämpften.
So wie Adolf Eder. Der bis heute vermißte Panzerfahrer, dessen Panzer in Frankreich ausbrannte und der nie zurück kehrte. Von dem meine Oma aber noch mit 88 Jahren berichtete. Genauso, wie vom Bombenangriff auf Mannheim. Vom Einmarsch der Alliierten in Weinheim und dem Leid der Nachkriegsjahre. Vom Hungerwinter und den gehässigen US-Soldaten, die sich einen Spaß daraus machten, hungernde deutsche Kinder zu schikanieren. Als dann im Januar dieses Denkmal von geschichtsvergessenen Antideutschen besudelt wurde war für mich klar, nun ist es höchste Zeit, ein Gegengewicht zum antifaschistischen Ungeist dieser Zeit auf die Straße zu tragen. Nun muß das anständige Deutschland genau an dieses Denkmal und Gerechtigkeit einfordern.
Und das taten wir heute. 18 aufrechte Deutsche, die Zahl ist symbolisch und Qualität schlägt immer Quantität, zogen vom Bahnhof aus vor das Denkmal. Wir gedachten unseren Vorfahren. Den Helden im Kampfe wie den Ermordeten und Vertriebenen. Eine Stimme für die Entrechteten und die Vergessenen. Wir entzündeten 3 Fackeln. Sie scheinen als einsames Licht symbolisch in dunkler Zeit gegen den Wahnsinn einer verlorenen Generation. Und so war jeder einzelne von uns stolz darauf, hier an eben diesem Tage zu stehen. Gegen eine Übermacht. Wie so oft in der deutschen Geschichte. Und wie so oft werden kommende Generationen uns recht geben. Schande über die auf der anderen Seite. Sie verrieten ihre eigenen Vorfahren. Dennoch waren sie Teil "unseres" Theaters. Die 600 "bunten Dackel" präsentierten vor aller Welt, wie tief ein Volk sinken kann. Waren unser Paradebeispiel, mit dem wir dem Zeitgeist den Spiegel vorhielten. Ohne sie hätte es nicht funktioniert, hätte der Kontrast nicht gepaßt. Daher gilt auch ihnen der Dank an diesem Tag.
Und mir bleibt unterm Strich die Erfüllung dieses lange gehegten Traumes, einmal dort zu sprechen. Das nun das Denkmal neuerlich Opfer eines Anschlags wurde, bestärkt nur unser Anliegen und wird natürlich eine Reaktion zur Folge haben. Das Böse siegt, sobald die Guten schweigen. Wir schweigen niemals. Und jeder Einsatz ist uns Ehrendienst. Darum freue ich mich schon jetzt auf das nächste Mal.
Jan Jaeschke